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„Weiterleben“ ist eine stille, fast meditative Erzählung über einen Neustart auf der Nulllinie, über Rückzug, den Versuch, seinen Körper nachzujustieren, über Heimat. Nicht nur, weil der Roman in einer Urlaubsgegend spielt, eignet er sich als Sommerlektüre: Hier herrscht so viel Licht, wo 40 Minuten lang nichts als Schwärze war.
Hamburger Adendblall - Lesen Sie die Rezension hier.
"...eine leise, aber eingehende Liebeserklärung an das Leben."
Kölner Stadt-Anzeiger
Weiterleben
Jago Trevarno war vierzig Minuten lang klinisch tot. Nun ist sein Leben ein anderes. Sein Kopf funktioniert nicht mehr so wie vorher, er ist schnell überfordert, wenn zu viele Dinge gleichzeitig passieren, lebt maximal im Augenblick, weil es nicht anders geht. Auf dem Hof seines Onkels Jacob an der Küste in Cornwall versucht er, die Teile seines Lebens wieder zusam menzusetzen. Hier gibt es keinen Strom, sondern Öllampen, die Butter wird im Fass gestoßen, auf dem Ofen steht eine große Kupferwanne. In dieser Umgebung findet Jago langsam zur Ruhe. Seine Tage sind bestimmt vom Rhythmus der Natur und der Arbeit. Er melkt die Kühe, repariert Zäune, reitet zum Meer aus und hilft sogar dabei, ein Fohlen zur Welt zu bringen. Alles könnte gut sein, zumindest für den Moment, wenn da nicht der Schurke Bill Sligo wäre, der Jago und seinem Onkel Jacob Ärger macht. Jago muss ihn stoppen, um zu bewahren, was er hat: einen Ort, an dem er weiterleben kann.
Weiterleiben schreiben
Mein Protagonist Jago und ich erlitten beide einen Herzstillstand, der schwere Beeinträchtigungen nach sich zog. Vor meinem Herzstillstand war ich als Anwalt in der Musikindustrie tätig. Ich habe hart gearbeitet und bin viel gereist. Ich hatte sehr wenig Zeit, um innezuhalten und nachzudenken. Dann hat sich alles auf einen Schlag verändert.
Als ich zwei Monate nach meinem Herzstillstand aus dem Krankenhaus kam, kehrte ich zurück in mein Zuhause in einer Nordlondoner Gegend, in der es vor Cafés, Läden und Menschen nur so wimmelte. Schon einfach nur hinauszugehen überforderte mich. Ich sehnte mich nach Ruhe und Abgeschiedenheit, und ich wollte, dass mein Protagonist Jago beides hat.
Jagos Onkel Jacobs Bauernhof ist ein stiller Ort. Er liegt an der südwestlichsten Spitze Englands, wo der wilde Atlantik auf uralte Granitklippen trifft, weitab von der modernen Welt und ihrem Druck. Es ist ein Zufluchtsort, an dem Jago verarbeiten kann, was passiert ist, und lernen kann weiterzuleben. Hier kann er innehalten, um Wildblumen zu betrachten, auf den glitzernden Ozean schauen und Zeit mit den Tieren auf dem Bauernhof verbringen. Hier erlebt er alles, als wäre es das erste Mal.
Ich kann mich nicht daran erinnern, mich dazu entschlossen zu haben, den Roman zu schreiben, nicht einmal daran, wann genau ich damit begonnen habe. Mein Gedächtnis ist beeinträchtigt. Aber ich erinnere mich an einen heißen Tag, an dem ich draußen lag und in mein Notizbuch schrieb. So machte ich weiter und notierte alle zwei bis drei Tage kleine Textmengen von Hand. Gewöhnlich vergaß ich, was ich zuletzt geschrieben hatte, und musste zurückblättern und nachschauen, bevor ich weitermachte. Und doch war am Ende mein Roman entstanden. Ich denke, dass ich mit ihm nicht nur einen Zufluchtsort für Jago geschaffen habe, sondern auch für mich. Mit der Zeit wollte ich dann anderen die Möglichkeit bieten, diesen Zufluchtsort zu besuchen.
Der Roman erzählt davon, wie tiefgreifend sich mein Blick auf die Welt verändert hat. Weiterleben ist eine Reflexion meiner neuen Perspektive, eine Meditation über die Schönheit der Natur und ihre heilende Kraft. Ich wollte zeigen, was sichtbar wird, wenn wir langsamer werden und die Dinge um uns herum wertschätzen, und wie es ist, wenn wir wirklich im Moment leben.